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FAUST

FAUSTLange galt: Faust ist eine positive Figur. Ein Mensch, der vorwärtsstrebt, wissbegierig und konsequent handelnd seine Ziele verfolgt. Nun gut, das eine oder andere geht dabei auch schief – ein Mensch eben, mit Fehlern, Ecken und Kanten. Wo gehobelt wird, da fallen Späne! Faust war der Prototyp der Moderne, deren Versprechen es war und ist, die Welt neu zu erschaffen. Spätestens seit dem zweiten Weltkrieg hat dieses Bild der uneingeschränkt beherrsch- und steuerbaren Zukunft ein paar Risse abbekommen. Die Verdreifachung der Weltpopulation in nicht einmal hundert Jahren, der damit einhergehende Ressourcenverbrauch, die Grenzen der Wachstumsgesellschaft oder die offensichtlich zunehmende Unbeherrschbarkeit einer weltweit vernetzten Ökonomie sind nur einige Indikatoren, die den ungehemmten Vorwärtsdrang immer kritischer und bedrohlicher erscheinen lassen. Der Faust-Experte Michael Jäger hält die bejahende Wirkungsgeschichte der goetheschen Tragödie, die Fausts Streben als »höchste Tugend des sich emanzipierenden Menschen« deutet, für einen großen Irrtum. Er schreibt: »Faust ist eine negative Figur, eine Karikatur des prometheischen Menschen.«

In unserem Theaterexperiment wollen wir uns der Frage nach dem FAUST in uns stellen. Inwieweit unterliegen auch wir, als moderne Individuen, dem von Goethe beschriebenen Ruheverbot der neuen Zeit. Sind wir überhaupt noch Herr unserer selbst und wie sieht es in diesem Kontext mit Themen wie persönlicher und gesellschaftlicher Verantwortung aus? Wie wollen wir leben und wie positionieren wir uns als Künstler, Wissenschaftler, Manager oder ganz schlicht als Bürger dazu?

Stellen wollen wir diese Fragen an einem Ort der Wissenschaft, dem ehemaligen Labor der Fakultät Elektrotechnik der Hochschule Zittau/Görlitz. Hier entsteht Fausts Labor inmitten einer Mikrofotografie-Ausstellung, welche die wissenschaftlichen Aktivitäten der Zittauer Hochschullabore dokumentiert. Zusätzlich gestalten junge Künstler unter der Leitung des Leipziger Malers Johannes Eckart die Fassade des Gebäudes mit einem Wandflies zum Thema Faust in uns.

Das Projekt ist eine Koproduktion der Hochschule Zittau/Görlitz mit dem freien Theaterensemble Kunst.Bauer.Bühne und des Gerhart Hauptmann-Theaters im Kontext des zwanzigjährigen Bestehens der hiesigen Hochschule. Die Eröffnung der Ausstellung sowie die Premiere des Theaterstückes finden am 09. Oktober 2012 um 20.00 Uhr statt.

- Karl-Heinz Reiche

 

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Regie: Andreas Neu

Spieler: Marie Golüke, Susanne Heubaum, Martin Langenbeck, Kathleen Prescher, Karl-Heinz Reiche, Armin Rößler

Regieassistenz: Max Mauer, Kathleen Prescher

Musik: Kammer Sieben/www.kammersieben.com/www.facebook.com/KammerSieben

Video: Steffen Cieplik

Technik: David Sauer, Andreas Sommer

Fotos: Bert Siegel/www.art2viz.com/facebook.com/art2viz

Premiere: 09.10.2012, 20.00 Uhr in der Hochschule Zittau/Görlitz, Hochwaldstraße 2, Haus Z I, 02763 Zittau

Weitere Termine:

im Oktober: 10., 21. und 28.10., im November: 21. und 27.11., im Dezember: 08., und 13.12., im Januar: 23.01.2013, im Februar: 27.02.2013 (zum letzten Mal!)

jeweils 20.00 Uhr; Tickets und Infos unter 03583 770536 und This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. . Alle Termine im Überblick finden Sie unter Aktuelle Termine

 

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